Kerbel, Gewürze, Gewürz

Kerbel ist ein Gewürz der krautigen Pflanzen

ExQuisine - fotolia.com

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Vor allem der Wiesenkerbel ist als Gewürz in Mitteleuropa weit verbreitet. Dabei handelt es sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze mit 0,6 bis 1,5 Meter hohen gefurchten Stängeln. Der Gartenkerbel ist einjährig und wird auf der einen Seite als Kulturpflanze angebaut, kommt jedoch auch als Wildform vor. Dafür müssen die Gebiete jedoch klimatisch begünstigt sein. Die Blätter dieser Pflanze sind mehrfach gefiedert und grün. Die Blüten dagegen sind weiß und in Doppeldolden angeordnet. Die Früchte des Kerbels zerfallen bei der Reife in zwei Teile und sind längliche 4 bis 10 Millimeter lang und mit einem Schnabel verschmälert.

Bei den Arten des Kerbels unterscheidet man Wiesenkerbel, Glanzkerbel, Gartenkerbel und Hundskerbel. Wiesenkerbel ist etwas herber als Gartenkerbel und besitzt ein leichtes Aroma von Möhren. Ihn verwendet man zum Würzen von Quark, Salat und Wildkräutersuppen. Früher wurden junge Blätter auch zu Wildgemüse gekocht. Bei der Verwendung des Wiesenkerbels sollte man jedoch Vorsicht walten lassen, da er schnell mit dem giftigen gefleckten Schierling oder dem betäubenden Kälberkopf verwechselt wird.

Gartenkerbel wird zum Würzen von Salat und Gemüse verwendet. Das Aroma des Kerbels erinnert leicht an Anis. Beim Kochen passt Kerbel hervorragend zu Fisch oder Meeresfrüchten. Zudem wird ihm eine magenstärkende, blutreinigende und entwässernde Wirkung nachgesagt. Kerbel ist auch ein wichtiger Bestandteil von Kräutermischungen. Hier zum Beispiel Kräuter der Provence und Feine Kräuter.

Das Gewürz Kerbel stammt wahrscheinlich aus Südosteuropa, während andere Quellen jedoch auch das westliche Asien als Ursprungsland angeben. Kerbel war bereits den alten Ägyptern bekannt. So fand man im Grabe Tut-Anch-Amuns einen Korb voll Kerbelsamen für das Leben nach dem Tod. Es war auch ein fester Bestandteil der Küche des alten Roms, denn schon Marcus Apicius empfahl Kerbel zu Gerichten mit Huhn.

In Mitteleuropa ist Kerbel seit dem Mittelalter bekannt. In Klöstern wurde er als schmackhafte Fastenspeise und auch als Gewürz kultiviert. Er wird ab März ausgesät und ist bereits drei Wochen später aromatisch. Wenn man wiederholt Folgeaussaaten vornimmt, kann man das Gewürz bis in den Winter frisch anbieten. Kerbel riecht frisch wie Petersilie und ist süßlich und aromatisch. Der Geschmack erinnert an Petersilie, Koriander, Fenchel und Anis.